Tierarzt setzt Fischhaut ein, um die Heilung eines schwer verbrannten Hundes zu unterstützen.
An einem eisigen Januartag wurde das Leben von Archer, einem Hund aus Alaska, schlagartig auf den Kopf gestellt.
Sein Zuhause ging in Flammen auf, und als die Feuerwehr eintraf, fanden sie ihn mitten im Feuer gefangen.
Aus Angst rannte Archer davon, als die Retter versuchten, ihn zu sichern – was große Besorgnis um sein Überleben auslöste.
Nach stundenlanger Suche wurde er schließlich in der Nähe des Ozeans entdeckt, schwer verletzt, aber am Leben.
Sofort brachte man ihn zum Tierarzt – doch in Haines, Alaska, sind tierärztliche Notfalldienste rar. Normalerweise wäre Dr. Michelle Oakley, die bekannte Tierärztin aus der Nat Geo WILD-Serie Dr. Oakley: Yukon Vet, zur Stelle gewesen.

Doch sie befand sich zu diesem Zeitpunkt auf einer Rückreise aus Kalifornien, sodass Archer eine siebenstündige Autofahrt durch extreme Wetterbedingungen ertragen musste, um den nächstgelegenen Tierarzt zu erreichen.
Nachdem er medizinisch versorgt und stabilisiert worden war, durfte Archer nach Hause zurückkehren, um dort mit der Unterstützung von Dr. Oakley seine langwierige Genesung anzutreten.
„Wir mussten eine sterile Umgebung schaffen, um die Verbrennungen optimal zu behandeln, also richteten wir in meiner Praxis eine spezielle Verbrennungseinheit ein“, erklärte Dr. Oakley.
Doch bald zeigte sich, dass Archers Wunden schwerwiegender waren als zunächst gedacht.
Sie zog daher einen renommierten Spezialisten für Brandverletzungen von der University of California, Davis, hinzu.

Dieser empfahl eine innovative Behandlung: Fischhaut. Durch das Auflegen von Tilapia-Haut auf die verbrannten Stellen konnte der Heilungsprozess beschleunigt werden.
Der Spezialist reiste persönlich an, um Dr. Oakley die Methode zu demonstrieren.
Schon bald war Archer von der Fischhaut bedeckt – sein ungewöhnliches, schuppiges Aussehen brachte ihm den Spitznamen „Archer der Drachentöter“ ein.
„Die Wirkung war sofort spürbar“, berichtete Dr. Oakley. Trotz der schweren Verbrennungen, die besonders sein Gesicht betrafen, brachte die Behandlung schnell Erleichterung.
Doch nicht nur medizinische Hilfe war nötig – auch die Gemeinschaft in Haines stand geschlossen hinter Archer.

Während Dr. Oakley die Behandlung kostenlos übernahm, sammelten die Bewohner Spenden, um die restlichen medizinischen Kosten zu decken.
Mehrere Operationen, Lasertherapie und unzählige Verbandswechsel waren nötig, um Archer wieder gesund zu pflegen.
Mit viel Geduld, Fürsorge und der innovativen Fischhauttherapie verwandelte sich Archer von einem schwer verletzten Hund mit rosa, haarloser Haut in einen glücklichen Vierbeiner, der nur noch eine kleine kahle Stelle als Andenken an seine dramatische Vergangenheit trägt.
Dr. Oakley sieht in Archer einen wahren Kämpfer. Trotz all der Schmerzen erschien er bei jeder Behandlung mit wedelndem Schwanz – ein Zeichen seines unerschütterlichen Geistes.

Doch Archers Geschichte endet nicht bei seiner eigenen Genesung.
Durch seine Behandlung konnte Dr. Oakley wertvolle Erkenntnisse über die Behandlung von Brandwunden gewinnen – Wissen, das nun vielen anderen verletzten Tieren zugutekommen wird.
„Ein einziger Patient kann so viele weitere Leben retten“, sagte sie.
Für Dr. Oakley war Archers Heilungsprozess nicht nur eine der größten Herausforderungen ihrer Karriere, sondern auch eine der bewegendsten und lohnendsten Erfahrungen, die sie je gemacht hat.
