Neulich beklagte sich ein Mann online über seine Frau. Er sagte: „Ich habe keine Lust mehr, mit ihr zu schlafen. Es geht einfach nicht mehr.“

Neulich beklagte sich ein Mann online über seine Frau. Er sagte: „Ich habe keine Lust mehr, mit ihr zu schlafen. Es geht einfach nicht mehr.“

Vor Kurzem beklagte sich ein Mann im Internet über seine Ehefrau.

„Ich kann einfach nicht mehr mit ihr schlafen“, sagte er, „ich habe keine Lust mehr! Ich werde mich scheiden lassen!

Nach der Geburt hat sie zugenommen, und jetzt ist das für mich ein Alptraum.

Ich habe sie geheiratet, als sie noch 52 Kilo wog, doch inzwischen bringt sie 57 Kilo auf die Waage, und meiner männlichen Natur ist das zu viel.

Außerdem bin ich ein stattlicher Mann, und hübschere Frauen werfen mir auch Blicke zu.“

Die Meinungen der Leute waren natürlich sehr unterschiedlich.

Einige Frauen fanden es Verrat, wegen so einer Kleinigkeit die Beziehung zu beenden.

Andere wiederum seufzten und meinten, sie habe es selbst verschuldet.

Männer erzählten Geschichten darüber, dass man für die Liebe kämpfen müsse und sich nicht einfach gehen lassen sollte, nur weil man mal 57 Kilo wiegt.

Da erinnerte ich mich an eine Geschichte, die während des Krieges geschah – die von Zinaida Tusnolobova.

Als der Krieg begann, begann sie eine Ausbildung zur Krankenschwester. 1942 wurde sie an die Front geschickt.

In nur acht Monaten trug sie 123 verwundete Soldaten vom Schlachtfeld.

Bei einem Gefecht im Februar 1943 wurde sie selbst schwer verletzt – beide Beine zertrümmert.

Ein deutscher Soldat kam auf sie zu, trat ihr in den Bauch und schlug sie mit dem Gewehrkolben ins Gesicht und auf den Kopf.

Glücklicherweise schoss er nicht, und so überlebte sie.

Der Schnee rund um die verletzte Frau war mit Blut getränkt. Man befreite sie mühsam und brachte sie ins Krankenhaus.

Dort stellte man fest, dass auch ihre Arme amputiert werden mussten – wegen Gangrän.

So verlor sie im Alter von 22 Jahren im Krieg ihre Arme und Beine.

Sie bat eine Krankenschwester, einen Brief an ihren Verlobten zu schreiben: „Mein lieber Josef! Verzeih mir diesen Brief, aber ich kann nicht länger schweigen.

Ich muss dir die Wahrheit sagen: Ich habe im Krieg gelitten, ich habe keine Arme und Beine mehr.

Ich möchte dir keine Last sein. Vergiss mich bitte. Leb wohl. Deine Zina.“

Kurz darauf kam eine Antwort:

„Mein liebes Mädchen! Mein tapferes Liebes! Kein Unglück und kein Schmerz wird uns trennen.

Es gibt kein Leid, keine Qual, die mich zwingen kann, dich zu vergessen, meine Liebe.

Im Glück und im Schmerz werden wir zusammenhalten. Ich bin dein, wie immer, dein Josef.“

Das Mädchen fand neuen Lebensmut. Sie lernte wieder zu gehen, zu schreiben und zu leben.

Sie schrieb Briefe trotz ihres fehlenden Arms und sprach vor Menschen. Sie bat um Gerechtigkeit.

Panzer fuhren in den Kampf, Flugzeuge flogen mit der Aufschrift: „Für Zinaida Tusnolobova!“

Nach dem Krieg heirateten sie. Sie lebten zusammen, arbeiteten und bekamen Kinder.

Ihr Mann sah ihre Behinderung nicht, für ihn war sie einfach seine Zina. Sie liebten einander und führten ein gemeinsames Leben.

Die Kinder wurden geboren – sicher nicht vom Heiligen Geist.

Und obwohl viele Frauen nach dem Krieg allein waren, wollte er zu keiner anderen gehen.

Vielleicht, weil wahre Liebe das Wesentliche im Menschen sieht und nicht die äußeren Makel…

Deshalb ist für den Liebenden auch eine Behinderung kein Hindernis, während für den Nichtliebenden schon fünf Kilo Gewichtszunahme ein Problem sind.

Morena Morana