Mit 52 Jahren geriet mein Leben völlig aus den Fugen.
Debras Leben war stets ein Drahtseilakt zwischen Verantwortung und Opfer.
Mit 52 Jahren fühlte sie sich zwar jung im Inneren, doch die Jahre harter Arbeit hatten sowohl ihrem Körper als auch ihrer Seele ihre Spuren hinterlassen.
Sie hatte unermüdlich alles gegeben, um ihre Familie zu unterstützen, nachdem ihr Mann Austin vor über zwanzig Jahren seine Arbeit verloren hatte.

Was als vorübergehende Hilfe begann, entwickelte sich nach und nach zu einer dauerhaften Erwartung, und Austin hatte längst aufgehört, in irgendeiner Weise beizutragen.
Mit der Zeit fand Austin sich immer mehr in seiner Rolle als Abhängiger wieder und verbrachte seine Tage auf der Couch, die Fernbedienung in der einen Hand, ein Bier in der anderen.
Sein Körper verwandelte sich, was seinen Lebensstil widerspiegelte – er wurde schwerer, fauler und immer distanzierter.
Es schien ihm vollkommen egal zu sein, wie hart Debra täglich arbeitete – er nahm es einfach hin, als ob es sein Recht wäre, nicht als ihr Opfer.

Debra hatte Austin mit nur 19 Jahren geheiratet, eine junge Frau, die voller Liebe auf eine Zukunft mit Partnerschaft und Unterstützung hoffte.
Sie heirateten jung, weil ihre Tochter Kayla bald nach der Hochzeit geboren wurde, und trotz aller Schwierigkeiten hatte Debra geglaubt, dass sie gemeinsam alles überstehen könnten.
Doch Jahrzehnte später hatte auch Kayla in jungen Jahren geheiratet und fand sich bald als alleinerziehende Mutter wieder, nachdem ihr Mann sie verlassen hatte.

Auf der Suche nach Unterstützung wandte sich Kayla an die einzige Person, von der sie wusste, dass sie immer für sie da sein würde – ihre Mutter.
Debra begann, ihrer Tochter regelmäßig Geld zu schicken, um ihr bei der Erziehung ihres Kindes zu helfen, was ihre ohnehin schon erdrückende finanzielle Belastung weiter verstärkte.
