Jede Nacht, nachdem das Licht ausgeschaltet war, schlich die junge Krankenschwester heimlich in mein Zimmer. Einmal, als ich so tat, als würde ich schlafen, entdeckte ich ihr schreckliches Geheimnis…

Jede Nacht, nachdem das Licht ausgeschaltet war, schlich die junge Krankenschwester heimlich in mein Zimmer. Einmal, als ich so tat, als würde ich schlafen, entdeckte ich ihr schreckliches Geheimnis…

Nach einem Unfall, bei dem ich mir das Bein gebrochen hatte, musste ich über einen Monat im Krankenhaus bleiben.

Es war ein öffentliches Krankenhaus in Quezon City, Metro Manila – tagsüber überfüllt, nachts unheimlich still.

Ich lag in einem Einzelzimmer, und das einzige Licht kam durch den Spalt in der Tür vom Flur.

Schon in der ersten Nacht fiel mir etwas Ungewöhnliches auf: Gegen Mitternacht öffnete sich die Tür einen Spalt, und die junge Krankenschwester Aira Santos schlich hinein.

Tagsüber war Aira freundlich und fürsorglich, nichts Auffälliges. Aber nachts ließen mich ihre heimlichen Schritte nicht zur Ruhe kommen.

Sie schaltete weder das Licht an noch überprüfte sie die Geräte – sie stand einfach lange neben meinem Bett, manchmal beugte sie sich so nah, dass ich ihren leisen Atem spüren konnte.

Zuerst dachte ich, sie sei einfach zu engagiert, doch die Nacht für Nacht wiederkehrende Routine machte mich misstrauisch.

Ich beschloss, mich schlafend zu stellen, um sie zu beobachten.

In jener Nacht, genau um Mitternacht, hörte ich ein leises „Klick“. Die Tür öffnete sich, und Aira trat ein.

Ich schloss die Augen fest und atmete ruhig. Sie kam näher, legte ihre kalte Hand sanft auf meine Stirn.

Ein Schauer lief mir über den Rücken, doch ich hielt still. Dann setzte sie sich auf den Stuhl und begann zu flüstern:

— „Du siehst ihm so ähnlich… bis ins kleinste Detail.“

Mein Herz blieb stehen. Wer war „er“?

Aira zog ein kleines Foto aus ihrer Tasche. Im schwachen Licht erkannte ich das Gesicht auf dem Bild… genau wie meins, nur alt und verblasst.

Sie schluckte schwer:

— „Wenn du damals nicht gegangen wärst, hätten wir glücklich sein können. Wie konntest du nur…“

Ich war sprachlos. Ich hatte Aira nie zuvor getroffen – warum existierte diese andere Version von mir in ihrer Erinnerung?

Stundenlang saß sie da und erzählte leise von ihren Erinnerungen. Jedes Wort schnitt tief in die Stille und ließ meine Haut kribbeln.

In ihrer Besessenheit wurde ich zu ihrem „verlorenen Geliebten“.

Manchmal legte sie ihre Wange an meine Brust und flüsterte:

— „Dieser Herzschlag… gehört immer noch dir, oder? Du gehst nirgendwohin, oder?“

Ich zitterte, hielt die Augen geschlossen. Ich wusste, dass ich nicht wissen konnte, wie sie reagieren würde, wenn ich einen Moment lang aufsah.

Am frühen Morgen stand Aira leise auf, wischte ihre Tränen weg und verließ das Zimmer, als wäre nichts geschehen.

Ich blieb wach und erzählte am nächsten Morgen dem diensthabenden Arzt davon.

Zuerst glaubte er mir nicht, dachte, ich sei wegen der Schmerzmittel paranoid.

Doch als das Personal heimlich nachts überwachte, stellten sie fest, dass Aira tatsächlich einen psychischen Zusammenbruch hatte.

Die internen Aufzeichnungen zeigten, dass sie einst unsterblich in einen jungen Arzt, Dr. Carlo Ramos, verliebt gewesen war, der hier im Krankenhaus gearbeitet hatte und vor einigen Jahren bei einem Unfall gestorben war.

Sein Gesicht… ähnelte seltsam meinem.

Nach diesem Schock verfiel Aira in Verwirrung und suchte in männlichen Patienten stets nach dem Schatten ihres verlorenen Liebsten.

Nachdem ich das erfahren hatte, fühlte ich sowohl Angst als auch Mitgefühl.

Jede Nacht kam Aira nicht, um mir zu schaden, sondern um an einer verlorenen Liebe festzuhalten.

Am Tag, an dem sie vorübergehend vom Dienst freigestellt wurde, um behandelt und psychologisch unterstützt zu werden, erinnere ich mich noch an den leeren Blick in ihren Augen, als stünde ein tiefer Abgrund darin.

Sie schrie nicht, sie sah mich nur stumm an, die Lippen bewegten sich:

— „Du… verlässt mich nicht mehr…“

Ich fröstelte. Ich war nicht dieser Mann, doch in ihrem verletzten Herzen war ich der Schatten, an dem sie sich festhielt, um zu überleben.

In der folgenden Nacht war das Zimmer wieder still. Doch jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, hallte dieser Satz in meinem Kopf:

— „Du siehst ihm so ähnlich…“

Ein Flüstern, das mir den Rücken hinunterlief – ein unvergesslicher, gespenstischer Eindruck eines jungen Mädchens, das zwischen Liebe und dem Geist der Vergangenheit gefangen war, mitten im Krankenhaus von Quezon City, Philippinen.