Früher hielt ich es für das Schlimmste, wenn man für niemanden wichtig ist.
Früher glaubte ich, das Schlimmste sei, wenn man für jemanden keine Rolle spielt.
Wenn man jemanden liebt, doch die Gefühle nicht erwidert werden.

Doch bald wurde mir klar, dass das nicht das wahre Unglück ist.
Viel schlimmer ist es, wenn man für jemanden unverzichtbar ist und diese Person genauso sehr braucht — so sehr, dass man mit keinem anderen Menschen glücklich sein kann.
Aber… ihr werdet niemals zusammenfinden.
So lebt man weiter, wie Vögel, die verzweifelt gegen eine Fensterscheibe schlagen und sich dabei blutig an der kalten Oberfläche verletzen.

Warum bringt das Schicksal Menschen zusammen, nur um sie kurz darauf wieder zu trennen?
Es stellt dir jemanden vor, zeigt ihn dir von allen Seiten, schenkt euch genau so viel Zeit, dass ihr euch gegenseitig verrückt macht — und dann verstreut es euch in alle Richtungen.
Eine grausame Welt mit unerbittlichen Regeln!
Und bitte sag mir nicht, dass das Leben uns so hart macht. Das will ich nicht hören.

– Ich werde es auch nicht sagen. Aber ich glaube Folgendes: Diese Welt ist nicht grausam, sie bringt dir bei zu lieben.
Zu lieben trotz aller Widrigkeiten, trotz Zeit und Entfernung. Sie prüft nicht dich, sondern deine Liebe.
Denn nichts auf der Welt ist stärker als eine Liebe, die keine Furcht vor dem Kampf mit der Zeit hat und sogar Trennung übersteht.
