„Eine Chemikalie in gängigen Frühstücksprodukten könnte das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle steigern.“

„Eine Chemikalie in gängigen Frühstücksprodukten könnte das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle steigern.“

Eine Chemikalie in beliebten Frühstücksprodukten sorgt für Besorgnis, nachdem Forscher sie mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle in Verbindung gebracht haben. Acrylamid, eine beim Erhitzen von Lebensmitteln entstehende Chemikalie, könnte laut einer aktuellen Studie das Risiko dieser kardiovaskulären Notfälle um bis zu 60 % steigern.

Spanische Forscher analysierten Daten von mehr als 100.000 Personen aus zahlreichen Studien seit 2007.

Ihre Ergebnisse, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Nutrients, zeigen, dass eine erhöhte Acrylamidzufuhr mit einem größeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Todesfällen durch Herzinfarkte und Schlaganfälle verbunden ist.

Was genau ist Acrylamid?
Acrylamid ist eine Chemikalie, die entsteht, wenn stärkehaltige Nahrungsmittel wie Brot oder Kartoffeln hohen Temperaturen durch Backen, Frittieren oder Rösten ausgesetzt werden. Besonders hohe Mengen an Acrylamid finden sich in stark gebräunten Lebensmitteln wie verbranntem Toast – ein Risiko für viele, die Toast regelmäßig zum Frühstück essen.

Die Studie zeigte, dass eine höhere Acrylamidzufuhr das Risiko für kardiovaskuläre Todesfälle um 33 % bis 66 % erhöht.

Für besonders gefährdete Gruppen, wie Menschen mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes, war das Risiko noch größer – mit einer Steigerung des Todesrisikos durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen von bis zu 84 %.

Wie viel Acrylamid steckt in Ihrem Essen?
Professor Oliver Jones von der RMIT University erklärte, dass eine durchschnittliche Scheibe Toast etwa 4,8 Mikrogramm Acrylamid enthält. In den untersuchten Studien schwankte die tägliche Acrylamidzufuhr zwischen 32,6 und 57 Mikrogramm, wobei bei höheren Dosen negative Auswirkungen auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit festgestellt wurden.

Acrylamid ist nicht nur in hochverarbeiteten Lebensmitteln enthalten, sondern auch in selbst zubereiteten oder Restaurantgerichten, selbst bei modernen Zubereitungsmethoden wie dem Heißluftfrittieren.

Daher hat die Reduzierung der Acrylamidbildung hohe Priorität in der Lebensmittelindustrie.

Wie lässt sich die Acrylamidbelastung verringern?
Um die Acrylamidzufuhr zu reduzieren, empfehlen Experten, verbrannte oder zu stark gebräunte Lebensmittel zu vermeiden.

Der NHS rät dazu, beim Rösten von Brot oder Frittieren von Kartoffeln eine „goldgelbe“ Farbe anzustreben. Sir David Spiegelhalter von der Universität Cambridge betont, dass der Konsum von Acrylamid in moderaten Mengen wahrscheinlich keine unmittelbaren negativen Auswirkungen hat.

Er erklärte, dass man täglich 160 verbrannte Toastscheiben essen müsste, um ernsthafte gesundheitliche Folgen zu riskieren.

Dennoch ist es ratsam, den Empfehlungen zur Minimierung der Acrylamidaufnahme zu folgen.