Eine ältere Dame in abgetragenen Kleidern betrat ein exklusives Restaurant. Die Gäste begannen, über sie zu lachen und versuchten, sie hinauszuschicken – doch dann geschah etwas völlig Unerwartetes.
Der junge Kellner reichte ihr die Speisekarte. Nach einer Minute sprach sie ruhig:
— Ich hätte gern eine Entenbrust mit Granatapfelsoße, eine Cremesuppe aus Steinpilzen … und ein Glas guten Rotwein.

Der Kellner zog leicht die Augenbrauen hoch:
— Entschuldigen Sie, Madam, aber … bei uns ist alles ziemlich teuer.
Die alte Dame lächelte schwach:
— Ich weiß. Ich habe all die Jahre dafür gespart. Alles für meine Kinder und Enkel.
Ich habe verzichtet, gespart, Entbehrungen auf mich genommen. Aber sie haben längst vergessen, wer ich bin.

Sie nehmen meine Anrufe nicht mehr entgegen. Manche haben sogar gesagt: „Kommen Sie nicht mehr ohne Vorwarnung.“
Sie schwieg einen Moment und blickte auf den Tisch. Dann fuhr sie fort:
— Kürzlich haben die Ärzte gesagt, dass ich Krebs habe. Spätstadium.
Eine Woche, vielleicht einen Monat.
Da dachte ich: Wenn es das Ende ist, dann möchte ich wenigstens einmal im Leben spüren, dass ich ein Mensch bin.

Kein Problemfall. Eine Gästin. Einfach eine Frau, die sich ein Abendessen wie im Film leisten kann.
Der junge Mann stand schweigend neben ihr, die Augen glänzten. Leise nickte er:
— Dann wird dies das beste Abendessen Ihres Lebens. Glauben Sie mir.

Er verschwand kurz, und als er zurückkam, brachte er auf dem Tablett nicht nur ihre Bestellung, sondern auch ein Dessert „vom Küchenchef geschenkt“ und ein Glas des teuersten Weins im Restaurant.
Den ganzen Abend über aß sie langsam und genoss jeden Bissen.
Sie lauschte der Live-Musik. Die Gäste warfen zunächst verwunderte Blicke, dann hörten sie völlig auf, sie zu beachten.
